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Eine göttliche Begegnung

Ich hatte beruflich in dieser Stadt zu tun und ich wusste, dass hier ein Ehepaar lebt, das zwischen zwei europäischen Städten pendelt. Sie sind die Leiter für die deutschsprachigen Länder Europas einer jungen, weltweiten Gemeindebewegung, ich hatte im Laufe der vergangenen Monate viele seiner Predigten gehört. Mir war aufgefallen, wie natürlich er in seinen Predigten von Erfahrungen mit Wundern Gottes sprach und wie wenig sich dieser Mann scheute, auch über die Dinge zu sprechen, die man eher als Schwächen bezeichnen würde. Ich spürte, was für eine Liebe dieser Mann für Menschen empfindet, die Jesus nicht kennen und in mir wuchs der Wunsch, diesen Mann einmal zu treffen.

Ich fuhr durch den Stadtteil, kannte nur eine vage Angabe darüber, wo sich seine Wohnung befindet und betete innerlich, der Herr möge mir doch eine Begegnung schenken. Vielleicht sitzt er ja auch gerade im Straßencafé und spricht mit den Menschen, die so weit weg sind von Gott. Ich lief durch die Straßen, doch ich sah ihn nicht. Schließlich kam mir der Gedanke an eine andere Straße, auf die die Beschreibung auf seiner Webseite passen würde. Ich fuhr mit dem Auto in diese Straße, fand einen Parkplatz und stieg aus. Bereits an der zweiten Tür stockte mir der Atem. Auf der Klingel las ich den mir bereits bekannten Namen. Sollte ich klingeln, würden sie überhaupt dort sein?

Ich drückte auf die Klingel. Eine freundliche Frauenstimme meldete sich. Ich nannte meinen Namen und sagte, sie würde mich nicht kennen, ich wäre nicht von hier aber habe von Ihnen gehört. Die Frau kam herunter und lud mich ein einzutreten. Sie hatte ihren 3-jährigen Enkel auf dem Arm. Ich fühlte mich lange nicht so verlegen, wie in diesem Moment. Sie bot mir etwas zu trinken an und während der Enkel mit einigen Autos und Figuren auf demTeppich spielte, fingen wir an zu reden. Schnell waren wir dabei, darüber zu sprechen, was Gott in unserem Leben getan hat und tut und sie erzählte mir von Ihrem Weg in diese deutsche Stadt, in die sie eigentlich gar nicht wollte, Gottes Wundern auf dem Weg zu dieser Wohnung und den Möbeln, seiner Versorgung, die sie als Familie und Ehepaar erleben. Ich saß auf dem Sofa und sie saß ganz natürlich neben Ihrem Enkel auf dem Fußboden. Sie erzählte mir von der Versorgung des himmlischen Vaters in Ihrem Leben und in Ihrer Situation. Hatte ich geglaubt, sie würden finanziell gut abgesichert sein, so zeigte sich, dass dies nicht stimmte. Ein halbes Gehalt würden sie noch bekommen, aber sie vertrauen auf die Versorgung des himmlischen Vaters.

Ich sog dieses Gespräch in mich auf, wie ein ausgetrockneter Schwamm. Was hatte sie mir gerade erzählt? Gott hatte Menschen aus Ihrer Gemeinde dazu motiviert, Geld zu geben, damit sie sich Möbel kaufen konnten, für die Wohnung in dieser Stadt. Ich konnte kaum fassen, was ich hörte. HERR, warum ist mein Glaube nur so klein? Wovor habe ich eigentlich Angst? Hier saß eine Frau mir gegenüber, die gemeinsam mit Ihrem Mann mit über 50 Jahren, wo andere so langsam an die Frühpensionierung denken, sich voller Liebe und brennend für den HERRN in eine Gründungs- und Aufbauarbeit stürzten, um Menschen auf der Straße, Drogenabhängigen, Alkoholikern, Menschen am Rande der Gesellschaft, diesen sagenhaften himmlischen Vater und seinen Sohn Jesus nahe zu bringen. Und dabei war ihr Glaube von so einfacher und kindlicher Art, mit einem tiefen Vertrauen in das Reden Gottes und in seine Versorgung. Ich war zutiefst beschämt. HERR, warum habe ich immer noch so wenig Vertrauen auf Dich gelernt? 10 Minuten, bevor ich gehen musste, kam der Mann nach Hause. Sie hatte mich eingeladen, noch ein wenig mit Abendbrot zu essen. Ich saß in der Küche, bei einem leckeren Käsebrot. Als er herein kam, stutzte er. „Kennen wir uns?“ war seine offenen Frage. Nun, ich kannte Ihn von den Predigten als MP3, doch ich wusste, er konnte mich nicht kennen. Er schaute mir tief in die Augen und es war so, als ob er eine tiefe Verbundenheit spürte. Begeistert erzählte er von den Begegnungen mit Menschen, die Jesus noch nicht in Ihr Herz aufgenommen haben und davon, wie Leute, die gerade zum Glauben gefunden haben, sich diesem wunderbaren Vater und seinem Sohn nähern, in Ihrer so eigenen und natürlichen Art, frei von jeglicher Prägung durch religiöse Systeme. Ja, ich glaube, dass Gott sich daran freut, wie hier jemand anderen diesen PAPA im Himmel und seinen Sohn Jesus zeigt und ihnen hilft zu verstehen, dass sie seine geliebten Kinder sind.

Bevor ich gehen musste, schloss er noch einmal die Küchentür, um für mich zu beten und mich zu segnen. Er legte seine Hände auf meinen Kopf und fing an zu beten. Seine Worte flossen wie Salbe in mein verwundetes Herz, er sprach im Gebet Dinge an, die er nicht wissen konnte und ich spürte, wie Gott durch die Worte dieses Mannes mein Herz berührte. Ich bedankte mich sehr nach diesem Gebet. Da nahm er mich in den Arm und rückte mich fest an sich. Wenn ich daran denke, füllen Tränen meine Augen, Tränen der Dankbarkeit und Freude, über diesen großen Gott, der solche Begegnungen möglich macht.

Auf dem Weg zur Haustür trafen wir auf dem Flur einen jungen Mann, der die Arbeit in diesem Stadtteil leitete. Er stellte mich meinem Gegenüber vor und sagte (halb im Spaß), wir würden uns schon lange Jahre kennen...

Ja, und obwohl es nur wenige Minuten waren, hatte ich den Eindruck, dass er etwas gesagt hatte, das der göttlichen Dimension dieser Begegnung entsprach, einer Beziehung in der Liebe zu unserem HERRN, die uns verbunden hat, als würden wir uns schon lange Jahre kennen...

Danke mein Vater, für diese Begegnung, es hat so gut getan.

 

© Winfried Meyer