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Eingesandte Gedichte

Tränenträger

 

 

Still, so still ist es um mich her.

Die Nacht ist vorgedrungen,

sie gibt den vergangenen Tag jetzt nicht mehr her.

Um mich her liegen meine Lieben und schlafen,

ruhen sanft in den Kissen,

die mir heut die Ruh entsagten.

 

Still, so still ist es um mich her.

nur einer schläft und schlummert nicht,

es ist der Vater, der liebevoll und leise zu mir spricht.

Mein Sohn, was sorgst Du Dich?

Ach PAPA, manchmal ist mir das Herz so schwer,

manchmal drückt mich die ganze Last.

 

Warum nur mein Sohn,

komm auf meinen Schoss,

komm bei mir zur Rast.

 

Hast Du es immer noch nicht verstanden?

Leg Deinen Kopf an meine Brust,

komm zu mir und leg Dich her,

höre meinen Herzschlag schlagen,

höre meinen Atem gehn.

 

Spürst Du meine Kraft?

Ja, ich spür sie immer wieder

und doch bin ich oft verzagt

weil der Zweifel immer wieder

tief in meinem Herzen nagt

 

Warum nimmst Du das zu Herzen?

Hab ich es nicht längst gewußt?

Kenne ich nicht all Deine Schmerzen,

alle Sorgen, allen Frust?

Meinst Du ich kann Dich nicht tragen,

selbst mit aller Sorgennot?

Meinst Du ich wär überladen,

Ich Dein Vater, mit Deiner Not?

 

Ach mein Sohn, was bin ich traurig,

weil Du mich so menschlich machst,

Du machst mich so klein und mickrig,

grad wie Du mich fassen kannst.

 

Du denkst oft, so ist mein Vater

und bist stolz mich zu verstehn.

Doch es wird Dir nicht gelingen,

willst Du nur mit Augen sehn.

 

Auch der Verstand, gar scharf geformt,

kann mich dennoch nicht erfassen.

Nur der Liebe Deines Herzens wird gelingen,

was den anderen Sinnen muss entrinnen.

 

Nur die Augen Deines Herzens,

können meine Liebe sehn,

nur die Ohren Deines Herzens,

hören meiner Stimme flehn.

 

Nur im Denken Deines Herzens,

wirst Du meine Liebe sehn,

die trotz aller Deiner Schmerzen,

nur das Beste lässt geschehn.

 

Ach wenn meine Kinder

hören, sehen und verstehn

mit dem Herzen, ganz tief innen,

dann kann jeder meine Liebe sehn.

 

Herr, ich sehe Tränen in Deinen Augen

 

Auch meine Tränen kann nur sehen,

wer dem Herz das Schauen lehrt

 

Ja ich weine, stille Tränen

über meine Jüngerschaft,

die so eifrig sich bemühen,

viel zu tun, doch ohne Kraft.

 

Sie wollen gar nicht soviel Nähe,

wollen lieber fleißig sein,

und mit eifernden Händen,

schaffen was sonst keiner schafft.

 

Doch die Hände werden müde,

weil sie selbst der Motor sind.

 

Sind am Ende ihrer Kräfte,

sehen nicht wo Kraft her kommt,

das lässt meine Tränen fließen

und ich möcht das mein Erbarmen,

über Ihre Herzen fließt.

 

Darum, wo sind Herzens Hände,

die mein Leid bewegen darf?

Wo find ich solch ein Erbarmen,

das nicht sucht nach Ehr und Ruhm,

nein das nur noch meinen Willen

leben will und tun?

 

Wem darf ich mein Leid heut geben,

wer will meine Hand heut sein,

die dem Bruder und der Schwester

heut in Ihrer Not nicht lässt allein?

 

Gib mir Deines Herzens Hand,

lass mich damit tun und handeln.

Denn mich zerreist die große Not,

in der so viele Kinder wandeln

Spürst Du noch mein Herz hier schlagen,

hörst Du wie mein Atem geht?

 

Woher kommt das Unbehagen,

wenn es schwierig um sie steht?

 

Bin ich denn so schwach und klein?

Wollen sie mich gar nicht fragen?

Hab ich doch in größter Not,

jeden schon mal durchgetragen

Herr, darf ich Dein Werkzeug sein?

Bist Du sicher das das wahr ist,

willst Du sowas wirklich sein?

All die Schmerzen wirst Du tragen,

alle Schmach, all meine Pein.

 

Denn dann wirst Du plötzlich spüren,

wie es ist, wenn man Dich nicht fragt,

wenn Sie Deine Hilfe gar nicht wollen,

denn man ist ja selber stark.

 

Ach mein Herr, was macht das aus,

ich will Deine Tränen teilen,

in mir sind so große Schmerzen,

über all Dein Herzeleid.

 

Und bin ich auch nur schwach und klein,

so will ich doch Dein Werkzeug sein.

Ich will nicht länger schweigen,

will anderen Deine Tränen zeigen,

die Du aus Liebe für sie weinst.

Ja, ich will Dein Tränenträger sein.

 

©Winfried Meyer

 

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