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Herr, ich sehe Tränen in Deinen Augen
Auch meine Tränen kann nur sehen,
wer dem Herz das Schauen lehrt
Ja ich weine, stille Tränen
über meine Jüngerschaft,
die so eifrig sich bemühen,
viel zu tun, doch ohne Kraft.
Sie wollen gar nicht soviel Nähe,
wollen lieber fleißig sein,
und mit eifernden Händen,
schaffen was sonst keiner schafft.
Doch die Hände werden müde,
weil sie selbst der Motor sind.
Sind am Ende ihrer Kräfte,
sehen nicht wo Kraft her kommt,
das lässt meine Tränen fließen
und ich möcht das mein Erbarmen,
über Ihre Herzen fließt.
Darum, wo sind Herzens Hände,
die mein Leid bewegen darf?
Wo find ich solch ein Erbarmen,
das nicht sucht nach Ehr und Ruhm,
nein das nur noch meinen Willen
leben will und tun?
Wem darf ich mein Leid heut geben,
wer will meine Hand heut sein,
die dem Bruder und der Schwester
heut in Ihrer Not nicht lässt allein?
Gib mir Deines Herzens Hand,
lass mich damit tun und handeln.
Denn mich zerreist die große Not,
in der so viele Kinder wandeln
Spürst Du noch mein Herz hier schlagen,
hörst Du wie mein Atem geht?
Woher kommt das Unbehagen,
wenn es schwierig um sie steht?
Bin ich denn so schwach und klein?
Wollen sie mich gar nicht fragen?
Hab ich doch in größter Not,
jeden schon mal durchgetragen
Herr, darf ich Dein Werkzeug sein?
Bist Du sicher das das wahr ist,
willst Du sowas wirklich sein?
All die Schmerzen wirst Du tragen,
alle Schmach, all meine Pein.
Denn dann wirst Du plötzlich spüren,
wie es ist, wenn man Dich nicht fragt,
wenn Sie Deine Hilfe gar nicht wollen,
denn man ist ja selber stark.
Ach mein Herr, was macht das aus,
ich will Deine Tränen teilen,
in mir sind so große Schmerzen,
über all Dein Herzeleid.
Und bin ich auch nur schwach und klein,
so will ich doch Dein Werkzeug sein.
Ich will nicht länger schweigen,
will anderen Deine Tränen zeigen,
die Du aus Liebe für sie weinst.
Ja, ich will Dein Tränenträger sein.
©Winfried Meyer, April 2008